Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Re: Widersprüche in der Bibel (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.07.2003 13:05 schrieb mrw:

Am 2003-07-14 17:52:21 schrieb jesusfreak:
also,noch nebenbei:
nietzsche suchte nach der wahrheit und hat sich
dann kurz vor seinem tod doch noch zu gott
bekennt.
aber das ist nebensächlich…

Das ist besonders nebensächlich, weil er in geistiger Umnachtung verstarb.

zum ersten:
(das theodizee problem weiss ich nicht, was das
ist drum überspringe ich es)

Das Theodizee Problem zusammengefasst:

  • Gott ist allmächtig
  • Gott ist gut
  • Es gibt böses

Das führt zu folgendem Problem (nur kurz angerissen):

  • Wenn Gott allmächtig und gut ist, beseitigt er das Böse. Tut er es nicht, ist er entweder nicht allmächtig oder nicht gut.
gott ist allwissend. du hast einen freien willen
(hast du doch hoffentlich) wo liegt das problem?
das widerspricht sich nicht.

Wenn Gott allwissend ist, weiss er, was ich in meinem Leben alles noch tun werde. Er weiss das nicht nur jetzt, er wusste es schon als - und vor allem auch bevor er die Welt geschaffen hatte. Als er die Welt schuf, wusste er bereits, dass der mrw am 22.07.2003 um 11:32 Uhr diesen Beitrag schreiben würde. Aber zu dem Zeitpunkt hatte er die Welt noch gar nicht erschaffen. Hätte er die Welt gar nicht oder anders erschaffen, dann würde ich diesen Beitrag jetzt nicht schreiben. Darum hat er mit der Erschaffung der Welt auf eine bestimmte Art und Weise die ganze Zukunft vorherdefiniert. Daher ist es nicht mein freier Wille, diesen Beitrag zu schreiben, sondern Gott hat mit der Erschaffung der Welt, so wie er sie in seiner Allmacht bestimmt hat und durch seine Allwissenheit vorausgesehen hat, entschieden, dass er sie so schaffen will, dass ich diesen Beitrag heute schreibe. Einen freien Willen habe ich in dem Fall nicht, denn ich muss so handeln, wie Gott es vorhergesehen hat, ansonsten wäre er nicht allwissend (er hätte ja dann etwas falsches vorhergesehen).

Allwissenheit bedeutet, jemand weiss alles, auch die Zukunft und die zukünftigen Handlungen der Menschen. Dadurch sind die Handlungen der Menschen dem allwissenden Wesen im Voraus bekannt. Daher kann von einem freien Willen nicht die Rede sein. Ein freier Wille aber bedingt, dass die Zukunft und insbesondere iie zukünftigen Handlungen nicht vorhergesehen werden können.

NB: Nicht dass Du mich missverstehst: Ich glaube nicht an ein allmächtiges Wesen. Eher bin ich geneigt, an den freien Willen zu glauben, allerdings eingeschränkt durch das genetische, soziale und erzieherische Umfeld.

zum zweiten:
es war anfangs eine perfekte welt, doch dann kam
der sündenfall (1.Mose, genesis)
durch das wurde das leid in die welt
hineingebracht.

Wenn Gott allwissend wäre, hätte er den "Sündenfall" vorausgesehen und verhindern müssen.

nun gott, hätte nun einfach eine perfekte welt
erschaffen können, doch er liess uns den freien
willen.

Eben, das meine ich. Ein Wesen, das sowohl allwissend, wie auch allmächtig ist und eine nicht perfekte Welt schafft, ist entweder saublöd oder abgrundtief böse.

"Freier Wille" ist eine faule Ausrede, zumal er ohnehin mit Allwissenheit nicht vereinbar ist.

3.
fegefeuer und so könnten auch sinnbildlich
gemeint sein,

Die Katholiken jedenfalls sahen das sehr real. Aber eben: Es gibt soviele Varianten von Gott und dem Christentum, wie es Gläubige gibt - was ja wiederum die schlechte Qualität der Glaubensgrundlage belegt.

Die Bibel macht dummerweise keine Aussagen darüber, was wörtlich gemeint ist und was sinnbildlich. Jeder kann die Bibel verstehen und interpretieren wie er will. Darum kann die Bibel für alles herangezogen werden. Darum ist die Bibel als Grundlage für Glaube oder Lebensgestaltung absolut beliebig und ungeeignet. Darum hat jeder irgendwie recht, der sich auf die Bibel beruft, kann jeder sein Ansicht mit der Bibel belegen.

er hat also seinen
einzigen sohn für dich geopfert und du
bezeichnest ihn als nicht liebend?

Nein, ich bezeichne ihn als böse, weil er ein soches Menschenopfer fordert und nicht bereit ist, den Menschen (die er ja angeblich nach seinem eigenen Bild selbst gestaltet hat) einfach so, bedingungslos, zu vergeben.

Bedenke auch: Der Mensch wurde angeblich von Gott erschaffen. Wenn der Mensch böse ist, liegt das folglich daran, dass Gott ihn böse erschaffen hat. Wenn der Mensch nicht gut ist, so ist das ein Produktionsfehler, den Gott selbst verursacht hat!

Gott war offenbar zu blöd oder zu böse, um Menschen zu schaffen, die nicht geretter werden müssen, weil sie schon gut sind!

am anfang war da der hebräische monotheismus.
die hatten da noch nichts (keine bibel usw,)
darum spaltete sich ein teil ab, der dann zum
polytheismus wurde.
wenn man den religions "stammbaum"
anguckt, ist es klar, wie die verschiedenen
religionen
entstanden sind.

In dem Fall bist Du Muslime, denn der Islam ist ja eine Weiterentwicklung des Christentums.

Dummerweise gibt es keinen solchen "Stammbaum", da nicht alle Religionen semitischer Herkunft sind. Oder wie reihst Du Buddhismus oder andere Religionen ein, die parallel zu den Semitischen existieren?

(einige freaks behaupten, satan hätte irrlehren in
die welt gesetzt, um die menschen von gott weg zu
bringen)

Schön, dass Du die als "Freaks" bezeichnest. Aber selbst in so einem Fall wäre Gott verpflichtet, den Irrtum aufzuklären (und zwar Gott, nicht irgendwelche dämlichen und fanatischen Missionare).

Wenn man bei Gestein die Radioaktivität misst
deutet das alter auf 4Mrd. jahren hin.
Das würde der schöpfungslehre widersprechen.
Nun rechnet man hier aber nicht mit der sintflut.
Durch das viele wasser kann das gestein
An radioaktivität abnehmen, was es älter
erscheinen lässt.

Du schätzt die Wissenschaft dümmer ein, als sie ist. "Die Wissenschaft" ist die Summe aller Wissenschafter und die Kombination der wahrscheinlichsten all ihrer Ideen, Theorien und Annahmen. Du kannst sicher sein, dass eine Idee, wie Du sie aufführst, von unabhängigen Wissenschaftern aller Religionen auf Herz und Nieren geprüft wird, wenn sie Hand und Fuss hat. Letzlich setzt sich langfristig immer die korrekte Annahme durch, weil die Wissenschaft (und nur die Wissenschaft, im Gegensatz zur Religion) die Methoden hat, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Die wissenschaft anerkennt ja
mittlerweile die existenz von Jesus.

Diese Aussage ist falsch. Historisch ist die Existenz von Jesus nach wie vor unbelegt. Im Gegenteil, es ist sehr wahrscheinlich, dass "Jesus" eine Kunstfigur, eine Romanfigur ist, die die Eigenschaften diverser real existierender und sagenhafter "Zeitgenossen" vereint.

Zur objektivität der kirche:
Jesus sagte: wo immer 2 oder mehr in meinem namen
zusammen sind, da bin ich unter ihnen.

Damit hat er sich verantwortlich gemacht dafür, was die zwei in seinem Namen alles anstellen! Es sind viele im Namen Gottes oder Jesi zusammen gekommen, und es wurde so schon unendlich viel Leid, Mord und Totschlag verursacht.

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