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Die «Pascalsche Wette»

Genau genommen ist die Pascalsche Wette nicht ein Argument für «Gott» (was immer man darunter auch verstehen mag), sondern für den Glauben an einen Gott.

Blaise Pascal schlug vor, immer an den christlichen Gott zu glauben. Dies sei stehts die bessere Wette:

Also könne man auf der einen Seite nur gewinnen, auf der anderen nur verlieren. Dies ist ein schlimmer Fehlschluss.

Widerlegung der Pascalschen Wette

Es gibt nicht nur «entweder»-«oder»

Pascal vereinfacht die Frage nach der menschlichen Herkunft in unzulässiger Weise auf die Wahl zwischen zwei Alternativen.

Pascal meint, wenn man an Gott glaube, komme man in jedem Fall in den Himmel. Diese Annahme ist total falsch. Die Katholiken glauben, dass nur sie den rechten Glauben hätten. Die Reformierten sind da zwar etwas toleranter, aber es gibt unzählige andere Absplitterungen und Sekten, die sich als einzig-auserwählt glauben, so z.B. die Neuapostolen und bestimmt auch die Mormonen. Nun kommt es also bereits darauf nicht mehr nur darauf an, an einen Gott zu glauben oder nicht, sondern man muss auch noch Mitglied in der richtigen Kirche sein. Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist bereits drastisch reduziert. Nun kommt noch hinzu, dass man bisher nur auf das Christentum gesetzt hat. Was ist, wenn die Juden recht haben, oder die Moslems, oder die Hindus, oder die Buddhisten, oder… – und all diese Religionen sind wiederum in viele Sekten, Lehren und Schulen aufgesplittert.

Das Pech mit dem Christengott

Der christliche Gott hat gezeigt, dass er extrem empfindlich ist darauf, ob jemand den exakt richtigen Glauben hat, oder nicht.

Wer nun an den Christengott glaubt, hat ein zusätzliches Problem: Dieser Gott ist extrem eifersüchtig! Wenn jemand an den falschen Gott glaubt, kann dieser Gott gut und gern mal ein ganzes Volk ausrotten. Wer sich nicht unterwürfig genug benimmt, wird bei ihm vernichtet. Die Gefahr ist gross, dass man in die Hölle geworfen würde, in das unauslöschliche Feuer1), nur weil man irgendeine Kleinigkeit falsch gemacht hat, z.B. weil man die Ketzer verschont hat, statt sie umzubringen, oder umgekehrt. Wer weiss den nun bei den vielen Lehren, was richtig ist und was falsch? Soll man die Schwulen nun steinigen, oder nur ins Gefängnis werfen, oder gar ihnen vergeben? Wehe dem, der das Falsche tut, in den Augen des biblischen Tyrannen!

«Wenn Gott nicht existiert, hat man nichts verloren»

Man hat sehr wohl etwas zu verlieren: Das Leben!

Mit dem Glauben allein ist es nicht getan, dies ist der grösste Irrtum an der Pascalschen Wette. Zumindest bedingt der Glaube an den christlichen Gott einiges ab: Enthaltsamkeit und Bescheidenheit ist gefordert. Sex, Ehrgeiz, Streben nach Macht und Ruhm ist verpönt. Den weltlichen Dingen sollte man entsagen, sich dafür aber auf das Jenseits vorbereiten. Regelmässiger Kirchenbesuch und fleissiges Beten ist angesagt, die Ablieferung des Zehnten oder der Kirchensteuer, sowie bedingungsloser Gehorsam gegenüber der kirchlichen Obrigkeit wird vorausgesetzt.

Die erneuerte Wette

Die Pascalsche Wette ist widerlegt. Aber sie kann ohne weiteres so umformuliert werden, dass sie zutrifft:

Befolge diese Grundsätze:

Kurz gesagt:

  1. Mache das Beste aus Deinem Leben, führe es so gut Du kannst!
  2. Leg Wert auf Dein eigenes Urteil.
  3. Aber ignoriere alle, die Dir Vorschriften machen wollen (inklusive atheismus.ch)!

Mathematische Spielerei

Der Gewinn bei dieser Strategie (in Klammer die Wahrscheinlichkeit des Eintritts3)):

Fazit

Die Pascalsche Wette ist eindeutig widerlegt.

Die Pascalsche Wette kann man nicht gewinnen. Sie ist schlicht und einfach dumm und unüberlegt. Man fährt aber bestimmt nicht schlecht, wenn man die erneuerte Wette eingeht. Damit entfällt jedenfalls die Gefahr, dass man ob all der religiösen Vorschriften das diesseitige Leben vernachlässigt. Was ist, wenn wir doch nur das eine Leben hier auf Erden haben? Carpe Diem!

Siehe auch: Unglaube ist ungefährlich

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Diskussion

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Die «Pascalsche Wette»

Kommentare zu diesem Beitrag

2) Atheismus.ch verschwendet zwar auch viel Zeit mit Religionen, wenn auch nur, um sie zu widerlegen, und Menschen vor selbstverschuldeter Unmündigkeit zu bewahren, aber es ist halt niemand perfekt – und solange die Beteiligten an atheismus.ch ihren Spass dabei haben, geht das wohl in Ordnung. ;-)
3) Die Zahlen unterliegen einer gewissen Willkür in der Schätzung, sollten aber die Realität annähernd korrekt wiedergeben. Nach all dem, was auf diesen Seiten zusammengetragen wurde, ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Gott gibt, ohnehin praktisch gegen Null geht. Zudem ist Angesichts des Leidens auf dieser Welt die Wahrscheinlichkeit grösser, dass «Gott» böse ist, wenn es tatsächlich einen geben sollte. Man sollte daher sein Leben nach der grössten Wahrscheinlichkeit ausrichten, und die lautet: Es gibt keine Götter